Umweltökonomik

Der Klimawandel und der Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft stellen Politik, Verwaltung und Unternehmen vor komplexe wirtschaftliche Herausforderungen. Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte werden zunehmend in strategische Entscheidungen integriert – etwa im Rahmen von Klimastrategien, regulatorischen Anpassungen oder Investitionsentscheidungen. Dabei gewinnt die ökonomische Bewertung von Massnahmen an Bedeutung, um effiziente und wirksame Lösungen zu finden.

Swiss Economics unterstützt öffentliche Institutionen, Unternehmen und Verbände bei der ökonomischen Bewertung, Gestaltung und Evaluation von Umwelt- und Klimapolitiken. Dazu gehören unter anderem volkswirtschaftliche Beurteilungen von Umweltmassnahmen (VOBU) gemäss den methodischen Vorgaben des BAFU. Wir entwickeln fundierte Entscheidungsgrundlagen, quantifizieren volkswirtschaftliche Auswirkungen und identifizieren effiziente und praktikable Handlungsoptionen.

Unsere analytischen Ansätze:

  • Wirkungsmodelle und Wirkungsanalyse. Wir entwickeln Wirkungsmodelle und analysieren qualitative und quantitative Wirkungsketten, um die zentralen Einflussfaktoren, Zielkonflikte und volkswirtschaftlichen Effekte von Massnahmen transparent darzustellen.
  • Kosten-Nutzen- und Verteilwirkungsanalysen. Wir bewerten die wirtschaftliche Effizienz von Massnahmen und analysieren deren Auswirkungen auf unterschiedliche Akteure und gesellschaftliche Gruppen. Dabei berücksichtigen wir neben aggregierten Effekten auch Verteilungsfragen und sektorale Betroffenheiten.
  • Quantifizierung externer Kosten. Viele Umweltprobleme beruhen auf externen Effekten und öffentlichen Gütern. Wir quantifizieren externe Kosten (z. B. Emissionen, Luftverschmutzung oder Lärm), machen Umweltwirkungen wirtschaftlich vergleichbar und leiten daraus Empfehlungen für die Ausgestaltung geeigneter wirtschaftspolitischer Instrumente ab.
  • Qualitative Methoden und Stakeholder-Befragungen. Wir ergänzen quantitative Analysen durch Interviews, Workshops und Umfragen, um Perspektiven relevanter Akteure systematisch zu erfassen, Annahmen zu validieren und die Umsetzbarkeit sowie Akzeptanz von Massnahmen zu beurteilen.
  • Verhaltensökonomische Ansätze. Verhaltensökonomische Instrumente können helfen, nachhaltigere Entscheidungen zu fördern. Wir entwickeln und evaluieren Nudges und andere verhaltensbasierte Massnahmen.

Einige Anwendungsbereiche:

  • Nachhaltige Mobilität. Wir analysieren die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Mobilitätsmassnahmen, etwa Verkehrsberuhigungen, Angebotsgestaltung im öffentlichen Verkehr oder Parkraumpolitik. Dabei berücksichtigen wir externe Kosten, Verhaltensänderungen und Wechselwirkungen zwischen Verkehr, Umwelt und Wirtschaft.
  • Energie und Energiewende. Wir analysieren wirtschaftliche Fragestellungen rund um die Energiewende, etwa Fördermechanismen für erneuerbare Energien, Strommarktdesign, Energieeffizienzprogramme oder die volkswirtschaftlichen Auswirkungen energiepolitischer Massnahmen. Dabei berücksichtigen wir Kostenstrukturen, Marktanreize und regulatorische Rahmenbedingungen.

 

Kontaktpersonen

Ausgewählte Referenzprojekte

Publikationen

Fachbeitrag zu dynamischen Netztarifen und ihrer Rolle für die Netzdienlichkeit von Erneuerbaren Energiegemeinschaften im europäischen Ländervergleich.

Umweltpolitik ist ein wesentliches Instrument zur Bewältigung globaler Umweltprobleme. Eine der zentralen Herausforderungen, mit denen sich politische Entscheidungsträger bei der Gestaltung von Umweltmaßnahmen konfrontiert sehen, ist deren potenzieller Einfluss auf den technologischen Wandel. Die entscheidende Frage lautet: Können Umweltpolitiken die Entwicklung umweltfreundlicherer Technologien fördern? Calel und Dechezleprêtre [1] untersuchen den Zusammenhang zwischen Umweltpolitik und gezieltem technologischen Wandel im Kontext des Europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS). Derzeit ist das EU ETS das größte Emissionshandelssystem der Welt. Zahlreiche Länder haben bereits ein solches System eingeführt oder diskutieren dessen Einführung. Im Jahr 2011 hatten die globalen Kohlenstoffmärkte einen Wert von über 175 Milliarden US-Dollar. Laut dem Bericht „State and Trends of Carbon Pricing“ der Weltbank [2] ist der Anteil der weltweiten Treibhausgasemissionen, der durch CO₂-Bepreisungssysteme abgedeckt wird, von 5 % im Jahr 2011 auf 23 % im Jahr 2022 gestiegen.
Zug

Forschungsprojekt auf Antrag der Schweizerischen Vereinigung der Verkehrsingenieure und Verkehrsexperten (SVI)

Wasserkraftwerk

Studie zur Bedeutung des Klimawandels für Infrastrukturen in der Schweiz im Auftrag des UVEK

Die Volkswirtschaft, 6/2019, S. 4-7.